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Neumühl Schacht 1 - Sprengung 1963

Fast wäre nix mehr übriggeblieben.............

Nach der Stillegung der Zeche planten der Rat und die Verwaltung der Stadt Duisburg den vollständigen Abriß der Zechenanlagen und der gesamten Kolonie, um nach dem Motto

Sanieren, Durchlüften, Begrünen

ihre Vorstellungen von einem modernen Stadtteil mit allen Mitteln zu verwirklichen. In den von den Parteien einberufenen Bürgerversammlungen erklärten die anwesenden Vertreter des Planungsamtes der Stadt Duisburg ihre Visionen mit den schönsten Worten. Einwände und Bedenken kritischer Bürger wurden als unbegründet abgelehnt und in der Folge ignoriert. Die Bagger fielen über Neumühl her. Es sah aus, als wollten die Planer auch noch das letzte Gebäude, das an die Zeche erinnern könnte, für alle Zukunft aus dem Gedächtnis der Bürger tilgen.
Aus der anfänglichen Begeisterung eines Teiles der Bevölkerung begann nach und nach der Widerstand gegen den Kahlschlag, dem schon ein großer Teil des Ortsbildes zum Opfer gefallen war. Die Menschen in den Bürgerinitiativen wehrten sich gegen das Schlechtreden der Stadtplaner, die ihren Wohnungen nur noch eine Lebensdauer von etwa 25 Jahren gaben, um alles abreißen zu können. Die Bürgerinitiative "am Bergmannsplatz" erreichte, daß ihre Siedlung unter Denkmalsschutz gestellt wurde. Außerdem kämpfte eine Bürgeriniative um ihre Wohnungen nördlich des Barbarahospitals. So konnte ein großer Teil des "alten" Neumühl gerettet werden.
Übriggeblieben bei der Abrißorgie wären in Neumühl nur

die Schulen, die Kirchen und das Krankenhaus.

Die Broschüre "Fast wäre nix mehr übriggeblieben" erinnert u.a. an viele Gebäude in der Bergarbeiterstadt, die fast restlos dem Abriß zum Opfer gefallen sind.


Hermann Schwieren, "Fast wäre nix mehr übriggeblieben" Hsg. 2003, im Bestand der Stadtbücherei Duisburg. Infos: Hermann Schwieren, Tel. 02066/38669



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