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Familie Jeromin

Auch unsere Vorfahren sind ins Ruhrgebiet zugewandert.

An Hand der Familienchronik unserer Familie ist ein Teil der Wanderungsbewegungen der Menschen im 19.Jahrhundert zu erkennen, die in der Hoffnung auf einen Arbeitsplatz aus den ländlichen Gebieten Deutschlands ins Ruhrgebiet aufbrachen.
Wilhelm Hermann Schwier(en), geboren 1872 zu Jackerath in der Nähe von Jülich, entfloh dem aussichtslosen Leben seiner Vorfahren als Tagelöhner und begann auf der Zeche "Unser Fritz" in Wanne-Eickel sein Bergmannsleben.
Die Vorfahren meiner Mutter, die Döhmanns, stammten aus der Gegend von Waltrop in Westfalen.
Väterlicherseits kamen die Vorfahren meiner Frau Edith geb. Jeromin am Ende des 18. Jahrhunderts aus der Nähe von Johannisburg in Masuren ins Ruhrgebiet, und mütterlicherseits stammten sie aus der Nähe von Weimar in Thüringen.

Von Masuren ins Ruhrgebiet - aus der Geschichte der Familie Jeromin.

Auszug aus dem Zunftbuch der Schmiede des Amtes Johannisburg:
Martin Jeromin aus Lisken Johannisburgsch Amt ein Sohn des Landschmidtmeisters Woitek Jeronin daselbst welcher unterm 15. Februar a.e. ins Lehrjungenbuch eingeschrieben, und aber bei seinem obenerwähnten Vater seine Profession schon seit seiner Jugend erlangte, ist von E.E. Gewerbe der Huf- und Waffenschmiede zur Probe auf 6 Wochen bei hiesigem Meis-ter Johann Lapienski gegeben worden, da nun gedachter Meister Johann Lapienski den Martin Jeromin in seiner Schmiede Arbeit für tüchtig befunden also hat er sich in obenerw. Dato für E.E. Gewerk gestellt und bittet, daß Martin Jeromin als Geselle verschrieben werden möge, wenn E.E. Gewerk hierin nichts einzuwenden hat, sondern vielmehr dem Martin Jeromin ein gutes Zeugnis von seiner Arbeit und seinem Wohlverhalten gegeben, also wird er hiermit unter Anwunsch göttlichen Segens, mit Vermahnung, daß er sich eines gottgefälligen Lebens befleißigen möge, in dieses Buch der Gesellen verschrieben.

Soll demnach zahlen 1 rth zur Lade
45 gn dem Gewerks-Assessor
45 gn Ausfüllen der Briefe
45 gn dem Eltermann und Beysitzer

2 rth 45 gn welch 2/45 evdem den 2. April 1777
richtig bezahlt und quittiere
Johannisburg, 2. April 1777
Stengwaldt


Martin Jeromin zog in das Dorf Ziprken bei Drigallen und machte sich als Landschmiedemeister selbständig. In der Praestationstabelle [Steuerliste]10 von 1810 ist er als einer der 10 Eigentümer angegeben:
Dem Schmidt Jeromin gehören nach köllmischen Maßen 1 Hube, 4 Morgen und 272 Ruten Land. Er hat in diesem Jahr 63 Groschen 17 Pfennig Domänenzins und 60 Groschen Schmiedeschutzgeld zu zahlen.
Im Kirchenbuch von Drigallen ist Martin zwischen 1784 und 1810 bei 11 Geburten als Vater aufgeführt; bei sieben Kindern ist als Mutter Maria Switajowna und bei vier Kindern Sophia Strzyzowna angegeben.
Johann Jeromin, einer seiner vielen Urenkel, zog etwa 1890 mit seiner Frau Mala Chinkowski, an anderer Stelle Amalie Fiukowski genannt, nach Neumühl und arbeitete dort als Platzarbeiter auf der Zeche.
Sein ältester Sohn Johann heiratete 1903 die aus Drigallen nach Recklinghausen zugezogene Hedwig Philipp, die Großmutter meiner Frau.
So wie die "Jeromins" und "Philipps" kehrten viele Ostpreußen aus Not ihrer Heimat den Rücken, um im Ruhrgebiet Arbeit und Brot zu finden.


aus: Geschichte der Familie Edith und Hermann Schwieren.



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